• Mittwoch , 18 Januar 2017

Warum Websitemorphing die Kundenbindung steigert

Es gibt eine neue und moderne Art der Personalisierung im digitalen Kontext, die immer mehr Unternehmen für sich entdecken: das Websitemorphing. Eng damit verbunden ist auch das Stichwort „Adaptability“. Denn Adaptability ist das frische Must-Have des Websitedesigns, das individualisiert Inhalte, Produkte, Services, Preise oder auch Werbung je nach Situation und Charakteristika der Konsumenten oder Charakteristika einer Situation zuordnet.

Adaptability im E-Commerce

Um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen, muss im allerersten Schritt die Aufmerksamkeit potentieller Kunden gewonnen werden (Online Marketing Kanäle). Hat ein Unternehmen das als wichtigen Schritt geschafft, steht es vor der Herausforderungen, die für den Kunden relevanten Informationen so zu präsentieren, das sie gut aufgenommen werden können. Viele Unternehmen versuchen sich an bestimmte Tipps zu halten, indem sie zum Beispiel aussagekräftige Bilder und Grafiken auf Ihrer Seite verwenden, schwierige Konzepte in kurzen, verständlichen Sätzen erklären oder bestimmte Farben und Kontraste für Ihre Seite wählen. Doch was ist, wenn alle diese Tipps gar keine Allgemeingültigkeit besitzen? Genau an diesem Punkt kommt das Websitemorphing ins Spiel. Denn jeder Mensch verarbeitet Informationen anhand eines bestimmten kognitiven Schemata, das sich als eine Art vorherrschende „Schablone“ zur besseren Informationsverarbeitung herausgebildet hat. Wenn Unternehmen es schaffen, diese Schablone der Websitebesucher zu erkennen und die nachgestellten Informationen entsprechend anzupassen, erhöhen Sie damit die Kundenbindung und die Kaufabsicht der Besucher um ein Vielfaches.

Kognitive Stile und Personalisierung

Wie jeder einzelne Mensch Informationen verarbeitet, hängt also von seinem vorherrschenden kognitiven Stil ab. Solche kognitiven Stile sind dauerhafte, psychologische Merkmale, die wir entwickelt haben, um Entscheidungen zu treffen. In der Fülle der auf uns tagtäglich einströmenden Sinnesinformationen helfen sie uns, schnell und gezielt die wichtigsten Informationen herauszufiltern und zu handhaben. Die einfachste Form dieser kognitiven Stile sind mentale Schemata, die Individuen helfen, ihr Wissen in denselbigen zu organisieren. Ein Schema entwickelt sich, indem Komponenten, die eine Basis bilden, zusammengruppiert werden und eine mentale Einheit formen. Wir erkennen dieses mental geformte Bild sozusagen wieder. Mentale Schemata bilden sich bei uns Menschen über die Zeit heraus, nachdem wir wiederholt bestimmten Umweltreizen ausgesetzt wurden. Begegnen uns diese Reize aus der Umwelt zum Beispiel visuell, greifen wir auf diese mentalen Schemata zurück und wenden sie an. Bestimmte externe Stimuli können demnach zielgerichtet unsere mentalen „Schablonen“ aktivieren und unsere Informationsverarbeitung anstoßen und verbessern. Durch Websitemorphing können Unternehmen so bewusst Informationen anpassen, um potentiellen Kunden sowohl die Informationsaufnahme und Merkfähigkeit aber auch das Interpretieren der Informationen zu erleichtern.
Die Umsetzung könnte zum Beispiel über eine vorgeschaltete Eingangsseite geschehen. Diese würde einmal evaluieren, zu welchem kognitiven Stil ein Besucher tendiert und die Website seinem Denkstil entsprechend anpassen. Cookies können dabei außerdem helfen, diese Einstellung bei allen weiteren Websitebesuchen automatisch zu übernehmen.

Welche kognitiven Stile gibt es?

Menschen verarbeiten Informationen besser über eine analytische oder holistische Darstellung und sind dabei gleichzeitig entweder verbal oder visuell geprägt. Anhand der folgenden Grafik erkläre ich einmal am Beispiel einer Waschmaschine, wie Informationen je nach vorherrschendem Denkstil die beste kognitive Verarbeitung ermöglichen:

Warum führt Websitemorphing zu einer erhöhten Kundenbindung und Umsätzen?

Wir Menschen fühlen uns wohl und unbewusst verstanden, wenn diese Art der Personalisierungstechnik angewendet wird. Die uns präsentierten Informationen sind für uns salienter und einfacher einprägsam. Ein Unternehmen, dass Websitemorphing eingeführt hat, zeigt damit, dass es sich den verschiedenen Kundenbedürfnissen anpassen kann, auch wenn diese weg von materiellen Bedürfnissen in diesem Fall auf kognitive Stile anspielen. Unternehmen, die am schnellsten diese psychologischen Kenntnisse auf ihren online Plattformen anwenden, können dies als Wettbewerbsvorteil nutzen und ihre Konkurrenten durch die Anwendung von Konsumentenpsychologie ausstechen.

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